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Mehr als 1.000 Beschäftigte der HEYCO-Gruppe arbeiten an 8 Standorten in Deutschland, Tschechien, Irland und den USA gemeinsam mit Kunden an technischen Projekten für die Automobilindustrie. Dazu gehören auch Komponenten für Elektrofahrzeuge und Hochvolt-Batteriesysteme.

Die 1937 gegründete und heute in dritter Generation von der Unternehmerfamilie Heynen geführte HEYCO-Gruppe versteht sich als langfristig orientiertes, bodenständiges und verlässliches mittelständisches Unternehmen.

Zellrahmen aus Kunststoff zur Aufnahme der Rundzellen-Batterien

HEYCO produziert Bauteile, die speziell für Elektrofahrzeuge und Hochvolt-Batteriesysteme entwickelt werden, sowie Komponenten, die in Fahrzeugen mit unterschiedlichen Antriebskonzepten eingesetzt werden können. Ein Beispiel ist der Zellrahmen. Seine Komponenten werden in den Werken in Remscheid und Tittling hergestellt. Der Zellrahmen nimmt Rundzellen auf und unterstützt deren Kühlung im Batteriekasten. Gefertigt wird er im Zwei-Komponenten-Spritzgussverfahren aus unterschiedlichen Materialien; dabei werden Metalleinleger aus einer Speziallegierung umspritzt.

Neben Zellrahmen gehören Komponenten für Brandschutz und Crashsicherheit zu den Arbeitsschwerpunkten von HEYCO. Bei einem Unfall können Deformationen die Batterieeinheit beschädigen oder ihre Verankerung an der Karosserie belasten. HEYCO fertigt am Standort Tittling geschmiedete und fertigbearbeitete Komponenten wie Strukturelemente und Kantenverstärkungen. Diese Bauteile sind darauf ausgelegt, den Batteriekasten zu stärken, Verformungen zu begrenzen und die Batterieeinheit an ihrer vorgesehenen Position zu halten. Die konkrete Schutzwirkung hängt von der Gesamtkonstruktion, der Einbausituation und den geprüften Lastfällen ab.

Kommt es zu einem unkontrollierten Batteriebrand, einem sogenannten „Thermal Runaway“, können zusätzliche Schutzmaßnahmen dazu beitragen, die Einwirkung von Hitze und Flammen für einen definierten Zeitraum zu begrenzen. Je nach System kommen hierfür Schutzelemente aus brandhemmenden Werkstoffen sowie zusätzliche Brandschutzlagen zum Einsatz. Die Materialien werden für definierte Anforderungen an elektrische Durchschlagsfestigkeit und Hitzebeständigkeit ausgewählt. HEYCO und STEINMANN haben entsprechende Hybridkomponenten entwickelt und getestet. Dazu gehören formangepasste Kunststoffabdeckungen, die mit Brandschutzmaterial kombiniert werden können. Ob und für welche Anwendung solche Bauteile geeignet sind, richtet sich nach den jeweiligen technischen Anforderungen und Prüfergebnissen.

Innerhalb der HEYCO-Gruppe liefert das HEYCO-Tochterunternehmen CARL STEINMANN Kunststoffverarbeitung GmbH bereits Brandschutzmaterialien für Serienanwendungen in Hochvolt-Batteriesystemen. Rückwirkend zum Jahresbeginn 2023 übernahm CARL STEINMANN den tschechischen Lieferanten C connect s.r.o. und erweiterte damit die eigene Fertigungstiefe bei sicherheitsrelevanten Brandschutzkomponenten.

(v.l.n.r.) Nico Stratemeyer, Pavel Vanek/ geschäftsführ. Gesellschafter der C connect s.r.o. und Markus Heynen nach der Vertragsunterzeichnung in Prag/CZ

Nico Stratemeyer/Geschäftsführer CARL STEINMANN begrüßt, dass der Betrieb mit der erfahrenen Mannschaft am Standort weitergeführt wird.  Zu den Kernkompetenzen des nahe Prag gelegenen Betriebs gehören die maschinelle Bearbeitung von Kunststoffen, Schäumen und Folien sowie Siebdruck und die Montage kleinerer Baugruppen. Dort werden unter anderem Wärmeschutzmatten, Dichtungen, Kunststoffteile sowie Schutz-, Design- und Dichtfolien hergestellt. Entwicklungspotenzial sieht das Unternehmen bei Produkten für den Havarieschutz von Fahrzeugbatteriesystemen.

Bereits unter der Führung des Seniorchefs Ernst Peter Heynen erfolgte die Eingliederung der CARL STEINMANN  Kunststoffverarbeitung GmbH in die HEYCO-Gruppe sowie ihre Integration in den Remscheider Stammsitz am Birgden III. Die Erweiterung um einen zweiten Fertigungsstandort knüpft an die Entwicklung des Tochterunternehmens in den vergangenen Jahrzehnten an.

Markus Heynen/geschäftsführender Gesellschafter der HEYCO-Gruppe sieht den Zukauf als Ausdruck der Anpassungsfähigkeit des Unternehmens.  HEYCO muss sich flexibel auf die Anforderungen der internationalen Automobilindustrie einstellen. Die Entwicklung des Unternehmens orientiert sich an den Veränderungen in der Branche, darunter Elektromobilität und automatisiertes Fahren.  Geschäftsbereiche und Produktionsanforderungen können sich entsprechend verändern. „Flexibilität ist das Gebot der nahen Zukunft, wenn man auch in 10 Jahren noch am Markt präsent sein will. Und das wollen wir“, betont Heynen.

Der Wandel zeigt sich auch auf dem Arbeitsmarkt. Bei HEYCO entscheiden sich zunehmend Frauen für technische Ausbildungsberufe, in denen sie bislang unterrepräsentiert waren. Die Ausbildung eigener Nachwuchskräfte hat für HEYCO einen hohen Stellenwert. In diesem Jahr starten 6 neue Auszubildende bei HEYCO an den deutschen Standorten eine kaufmännische oder technische Berufsausbildung. Damit setzt HEYCO auch weiterhin gezielt auf die Förderung junger Talente.


Neben dem ursprünglichen Geschäft mit Handwerkzeugen ist die HEYCO-Gruppe heute vor allem als Lieferant von Kunststoff- und Schmiedeteilen für die Automobilindustrie tätig. Darüber hinaus arbeitet HEYCO als Entwicklungspartner im Modul- und Systemgeschäft geschätzt.

Die HEYCO-Gruppe beschäftigt mehr als 1.000 Mitarbeitende an 8 Standorten in Deutschland, Europa und den USA. Sie entwickelt und fertigt technisch anspruchsvolle Komponenten.

 

Published On: 3. August 2026

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